Was tun, wenn du plötzlich nicht mehr weißt, wie es weitergeht?
Manchmal versuchen wir dann, noch mehr nachzudenken, zu planen und Lösungen zu finden. Doch vielleicht gibt es in uns eine andere Form von Wissen: innere Führung.
Vor vielen Jahren habe ich auf einer Reise durch Sambia eine Erfahrung gemacht, die mir bis heute zeigt, was Vertrauen bedeuten kann.
Wie die innere Führung arbeitet
Ich saß mit meinem Rucksack am Straßenrand in Sambia – irgendwo am Ende der Welt.
Es wurde bald dunkel.
Ich wollte zu einem Naturreservat weiterreisen, um Vögel zu beobachten. Doch plötzlich stellte sich heraus: Es fuhr kein Bus mehr weiter.
Da saß ich nun. Mit meinem Rucksack. Ohne zu wissen, wo ich die Nacht verbringen würde und wie es überhaupt weitergehen sollte.
Und das Erstaunliche war:
Ich hatte keine Angst.
Kein Grübeln.
Keine Gedanken wie: „Was mache ich jetzt?“
Kein Versuch, eine Lösung zu finden.
Ich saß einfach da.
Ich war vollkommen einverstanden mit dem, was gerade war.
Heute würde ich sagen: Ich war im Einklang mit dem Sein. Ich war einfach Wahrnehmung. Ich musste nichts wissen. Ich musste nichts kontrollieren.
Und dann geschah etwas.
Plötzlich kam jemand auf mich zu, nahm meinen Rucksack und mich an der Hand und führte mich zu einem Pick-up.
Ich wurde aufgefordert einzusteigen.
Während der Fahrt wurde mir erklärt, dass man im Dunkeln nicht durch das Naturreservat laufen durfte. In der Nähe der Hauptstraße gab es jedoch eine Einrichtung, in der ich übernachten konnte.
Es war ein von Nonnen geführtes Gesundheitshaus und zugleich ein Heim für gehörlose und stumme Kinder.
Als ich dort ankam, erwartete mich etwas, womit ich niemals gerechnet hätte:
- Ein gedeckter Tisch mit feinem Essen.
- Ein liebevoll vorbereitetes Zimmer.
- Ein richtiges Bett mit frischer Bettwäsche.
- Und sogar eine Badewanne mit warmem Wasser.
Dinge, die ich seit Wochen, seit ich in Afrika unterwegs war, nicht mehr erlebt hatte.
Und dann erfuhr ich etwas, das mich tief berührte:
Die Nonnen hatten bereits seit dem Morgen auf mich gewartet.
Sie hatten in ihrer Meditation die Information bekommen, dass jemand kommen würde.
Ich.
Das Leben und die Innere Führung weiß manchmal mehr als unser Verstand
Diese Erfahrung hat mir etwas über Vertrauen gezeigt, das mich bis heute begleitet.
Ich wusste nicht, wie es weitergeht.
Aber das Leben wusste es.
Ich musste den Weg nicht kennen.
Ich musste nur da sein und vertrauen.
Vielleicht kennst du solche Situationen aus deinem eigenen Leben. Momente, in denen du an einem Punkt stehst und keine Ahnung hast, wie der nächste Schritt aussehen soll.
Vielleicht ist genau das der Moment, in dem du nicht noch mehr denken und kontrollieren musst.
Vielleicht darfst du innehalten.
Wahrnehmen.
Und darauf vertrauen, dass sich der nächste Schritt zeigt.
Innere Führung wiederfinden
Für mich bedeutet innere Führung nicht, dass wir plötzlich einen fertigen Lebensplan vor uns sehen.
Es bedeutet vielmehr, wieder wahrzunehmen, was in uns geschieht – jenseits der vielen Gedanken, Ängste und Vorstellungen darüber, wie etwas sein müsste.
Genau darum geht es auch in meinem Diamant Bewusstseins.Training.
Wir schauen uns an, was uns davon abhält, unserer eigenen Wahrnehmung und inneren Führung zu vertrauen. Wir erkennen alte Muster, lösen Verstrickungen und finden zurück zu dem, was wirklich in uns lebendig ist.
Denn vielleicht müssen wir tatsächlich nicht den ganzen Weg kennen.
Vielleicht reicht es, dem nächsten Schritt zu vertrauen.
