Was, wenn es gelingt? Wenn du es einfach trotzdem versuchst?

Manchmal tun wir etwas nicht, weil wir wissen, dass es nicht geht.

Oder besser gesagt:

Weil wir glauben zu wissen, dass es nicht geht.

Du möchtest etwas beantragen, aber eine Voraussetzung erfüllst du nicht. Also lässt du es bleiben.

Du möchtest dich bewerben, etwas Neues beginnen oder eine Idee verwirklichen. Doch irgendwo hast du gehört:

„Das geht nur, wenn …“

„Dafür brauchst du …“

„Das ist unmöglich.“

Und damit ist die Sache für dich erledigt.

Nicht in der Wirklichkeit.

In deinem Kopf.

Ich wusste es nicht

Ich habe das selbst einmal sehr eindrücklich erlebt.

Als meine Eltern gestorben waren, musste ihre Wohnung in Budapest verkauft werden. Ich lebte damals schon lange nicht mehr in Ungarn und wusste deshalb nichts von der schwierigen Situation auf dem Immobilienmarkt.

Für mich war klar:

Ich fahre für zwei Wochen nach Budapest und verkaufe die Wohnung.

Und genau das tat ich.

Ich verkaufte sie tatsächlich – zu dem Preis, den ich haben wollte.

Als sich anschliessend Freunde und Familie zum Geburtstag meines Bruders trafen, erzählte ich davon.

Sie waren erstaunt und fragten mich:

„Wusstest du denn nicht, dass es zur Zeit in Budapest unmöglich ist, eine Wohnung zu verkaufen?“

Meine Antwort:

„Nein. Das wusste ich nicht.“

Ich musste darüber lachen.

Denn ich hatte mich nicht mit der Vorstellung auf den Weg gemacht, dass es schwierig oder unmöglich sei. Ich hatte einfach eine Entscheidung getroffen und war losgegangen.

Natürlich heißt das nicht, dass Unwissenheit grundsätzlich besser ist. Informationen sind wichtig. Aber manchmal machen wir aus einer Information eine endgültige Wahrheit.

Jemand sagt uns, wie etwas funktioniert – und wir übernehmen diese Vorstellung, ohne selbst zu prüfen, ob sie für uns tatsächlich gilt.

Dann haben wir die Antwort bereits, bevor wir überhaupt eine Frage gestellt haben.

Was wäre, wenn du es nicht schon vorher wüsstest? Was wäre, wenn es gelingt?

Vielleicht geht es deshalb gar nicht darum, davon überzeugt zu sein:

„Es wird funktionieren.“

Das wissen wir schließlich nicht.

Vielleicht genügt:

„Ich weiß nicht, ob es funktioniert. Ich probiere es aus.“

Ich kann einen Antrag stellen und sehen, was passiert.

Ich kann anrufen und nachfragen.

Ich kann eine Tür öffnen, von der mir jemand gesagt hat, dass sie verschlossen ist.

Vielleicht ist sie tatsächlich verschlossen.

Dann weiß ich es.

Aber vielleicht öffnet sich dahinter ein Weg, den ich vorher gar nicht sehen konnte.

Und ich kann mich immer fragen: “Was, wenn es gelingt?”

Für mich ist genau das ein FilmWechsel:

Nicht einen negativen Gedanken durch einen positiven zu ersetzen.

Sondern einen Gedanken, dem ich bisher geglaubt habe, einmal nicht automatisch meine Zustimmung zu geben.

Statt:

„Das geht nicht.“

Vielleicht:

„Ist das wirklich so?“

Und statt:

„Das kann nicht funktionieren.“

Vielleicht:

„Ich weiß es nicht. Ich werde es herausfinden.“

Vielleicht gibt es gerade etwas in deinem Leben, das du nicht tust, weil du bereits „weißt“, dass es nicht geht.

Dann frage dich:

Was würde ich ausprobieren, wenn ich nicht wüsste, dass es angeblich nicht geht?

Und “Was, wenn es gelingt?”

Du musst nicht wissen, dass es gelingt.

Vielleicht musst du nur aufhören, vorher zu entscheiden, dass es nicht gelingen kann.