Was ist, wenn nichts ist?

Als Kind hatte ich Angst vor einem Gedanken, den ich damals kaum in Worte fassen konnte:

Was, wenn eines Tages alles verschwindet?

Die Menschen.
Der Raum.
Die Welt.
Alles, woran ich mich festhalten kann.

Was bleibt dann von mir?

Vielleicht kennen wir diese Angst auf einer tieferen Ebene alle.

Wir versuchen, uns über Beziehungen, Erfahrungen, Erinnerungen, unsere Geschichte und unsere Vorstellungen von uns selbst zu vergewissern:
Ich bin. Ich existiere. Ich bin jemand.

Doch was geschieht, wenn all das für einen Moment still wird?

Wenn nichts mehr da ist, woran du dich festhalten kannst?

Ist dort wirklich nichts?

Oder ist da etwas, das du im Lärm des Lebens bisher kaum wahrgenommen hast?

Vielleicht ist das „Nichts“ nicht das Ende.

Vielleicht ist es ein Raum.

Ein Raum, in dem etwas sichtbar werden kann, das immer schon da war – jenseits deiner Geschichten, jenseits deiner Rollen, jenseits dessen, was du über dich glaubst.

Vielleicht beginnt genau dort die Begegnung mit deinem eigenen Diamanten.

Darum geht es auch im Diamant Training: nicht darum, jemand anderes zu werden, sondern immer mehr von dem zu entdecken, was unter all dem bereits vorhanden ist.

Vielleicht musst du dafür nicht mehr werden.

Vielleicht darfst du sogar etwas loslassen.

Und dann schauen,
was übrig bleibt, wenn scheinbar nichts mehr ist.